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Viszerale Therapie: Wie funktioniert die Physiotherapie der Organe?

Viszerale Therapie

In der österreichischen Physiotherapieausbildung werden die Organe oft stiefmütterlich behandelt. Man lernt zwar die anatomische Verortung, also wo sie liegen und was ihre Aufgaben sind oder aus welchen Zellen sie bestehen. Wie man sie ertasten oder gar behandeln kann, wird in der Grundausbildung oftmals verschwiegen – wohl auch deshalb, weil schlichtweg die Zeit fehlt, um darauf einzugehen. In der viszeralen Therapie wird der Bewegungsapparat mit dem Organsystem zusammengeführt. Welche Wichtigkeit eine solche Behandlung hat, erkläre ich in meinem Beitrag.

Bevor ich genauer auf die Wichtigkeit des Therapieeinsatzes eingehe, kurz zur Begriffsklärung:

Was ist Viszerale Therapie? Definition

Unter Viszeraler Therapie versteht man ein Behandlungskonzept, welches das Organsystem des Körpers mit dem Bewegungsapparat zusammenführt. Die Organe bekommen ihren Halt auf Grund von Verbindungen, zum Beispiel durch das Bindegewebe oder sogenannten Aufhängern. Das lateinische Wörtchen „viszeral“ (lat. viscera) bedeutet „die Eingeweide betreffend“ und darin liegt auch schon die Erklärung des Therapieansatzes: Eine Therapie, welche „die Eingeweide betrifft“.

Viszeral Definition

In der Viszeralen Therapie kommen unterschiedliche Behandlungen zum Einsatz. Die Colonmassage, die Massage des Dickdarms bei Verstopfung, ist nach der Ausbildung am ehesten bekannt.

Das sogenannte Viszerum besteht aber bei weitem nicht nur aus dem Dickdarm. Alle unsere Organe haben eine bestimmte Aufgabe in unserem Organismus und sind tagein und tagaus mehr oder weniger gefordert. Darum stellt sich mir die Frage:

Warum darf nur die Skelettmuskulatur schmerzen, wenn sie überbeansprucht oder unterfordert ist? Der Darm, der Magen, die Speiseröhre, die Blase und viele weitere Organe bestehen ebenfalls aus Muskulatur. Deshalb darf die Physiotherapie der Organe nicht auf die Colonmassage beschränkt werden!

Massagen, Techniken und Bewegung

Unser Körper leistet jede Menge Arbeit: Der Darm ist beispielsweise ständig damit beschäftigt, so viel wie möglich aus unserer Nahrung herauszuholen. Die Gebärmutter muss bei jeder Periode muskuläre Schwerstarbeit leisten, um die aufgebaute Schleimhaut auszustoßen. Es liegt also auf der Hand, das auch diese Muskeln ebenfalls verspannen können und so Schmerzen verursachen.

Durch die anatomische Verbindung, zum Beispiel über Nerven oder Faszien, können viszerale Reizungen auch große Auswirkungen auf oberen Extremitäten haben – Schmerzen könnten die Folge sein.

Viszerale Therapie: Wann kommt sie zum Einsatz?

Physiotherapie Organe

Eine Behandlung der Organe macht in folgenden Fällen Sinn:

  • bei sämtlichen Schmerzen am Bewegungsapparat,
  • bei Verdauungsproblemen und Problemen mit dem Kiefergelenkt / mit einer Zahnspange,
  • bei gynäkologischen Problemen,
  • nach Operationen,
  • bei einem (unerfüllten) Kinderwunsch und in der Schwangerschaft,
  • bei manchen Stoffwechselerkrankungen

Geschmeidigkeit der Organe durch genug Bewegung

Es ist nicht so, dass man diese Muskeln nur mit Hilfe von Massagen und manuellen Techniken lockern kann, nein: Auch Bewegung hilft dabei, die Organe und das Bindegewebe geschmeidig zu halten! Die Geschmeidigkeit der serösen Häute, Faszien und des allumgebenden Bindegewebes ist essenziell, um zum Beispiel eine Rumpfbeuge praktizieren zu können.  Da muss man sich einmal bildlich vorstellen wohin der Magen wandern und die meterlangen Dünndarmschlingen rutschen müssen, so dass wir mit den Fingern unsere Zehen berühren können.

Bei der nächsten Yogastunde oder Crossfiteinheit kann man also durchaus einmal daran denken, dass man nicht nur seine Skelettmuskeln trainiert hat, sondern auch an der Geschmeidigkeit der Organe gearbeitet hat. Bewegung ist das Schlüsselwort! Hat man das Gefühl, dass dies allerdings noch nicht reicht um mögliche körperliche Schmerzen einzudämmen, sollte man vielleicht doch einmal beim Physio seines Vertrauens vorbeischauen.

Viszerale Therapie in der Praxis

In der Theorie kann man den menschlichen Körper in Skelettmuskulatur, Knochen, Organe, Bindegewebe aufteilen. In der Praxis funktioniert das allerdings nicht, das wird man als Physiotherapeut/-therapeutin in den ersten Praktika merken. Der Körper muss als ganzheitlich gesehen werden.

Zusammenhängende Faktoren können beispielsweise durch ein Gespräch mit dem Patienten bzw. der Patientin und einer ausführlichen Befundung gefunden werden. Und das ist das Ziel der Viszeralen Therapie: Diese Zusammenhänge sollen erkannt und Auswirkungen auf den Bewegungsapparat, also die Beschwerden, sollen erfolgreich behandelt werden.

Fortbildung am Mattsee und meine Erfahrung

Die Schule für Viszerale Therapie am Mattsee ist für eine Ausbildung dahingehend die erste Adresse. Ich habe bereits vier Fortbildungen am Mattsee besucht – auch Spezialkurse für die Bereiche Kinderwunsch, Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Im September 2019 besuchte ich den Kurs über Tinnitus, Schwindel, Kiefergelenk und Zahnspange.

Sie sehen: Mit Viszeraler Therapie kann man sehr viel machen – wenn Sie dazu Fragen haben, kontaktieren Sie mich gerne. Ich erkläre Ihnen gerne persönlich mehr über diese Thematik.

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